FUNDSACHEN

Kuriosa, Materialien und Rand-Themen:

Eine Station ist nicht existent, welche? Im Kurzfilm ZUG hat Christian Wagner der Bahnlinie ein poetisches Denkmal gesetzt. Es wurde im Abspanntitel eine Station eingefügt, die es nie gegeben hat:

Kempten – Steufzgen – Rothkreuz – Aheggmühle
Herrenwieserweiher – Ermengerst – Kürnach – Buchenberg
Schwarzerd – Hellengerst – Engelwarz – Leutfritz
Moos – Weitnau – Sibratshofen – Klausenmühle
Kleinweiler Hofen – Überruh – Großholzleute – Isny

Literarische Randnotiz: In Großholzleute wurde 1958 zum ersten Mal im Rahmen eines Treffens der Gruppe 47 von Günter Grass aus der Blechtrommel gelesen. Gleich neben dem Bahnhof befindet sich heute noch das Restaurant Gasthof Adler.

 

 

Imme-Motorrad: In Immenstadt im Allgäu wurden in den Riedelwerken die legendären Imme-Motorräder gefertigt. Die Teleskop-Federgabel der Imme gehörte zu den zukunftweisendsten Erfindungen. Im Spielfilm WALLERS LETZTER GANG spielt das Motorrad, das in den 50ern gebaut wurde, eine zentrale Rolle. Ein Ausschnitt aus der Original-Wochenschau wird im Kino vom jungen Waller mit seiner Freundin Angelika gesehen.


Auf der DVD zu sehen: "Die Imme im Film"
ein Original Wochenschau Auschnitt

 

 

Double für Rolf Illig: Schon bei der Motivbesichtigung wurde schnell klar: Rolf Illig hatte Bedenken gegen die baufällige Brücke, über die Waller am Ende zu gehen hatte: Der Vater des Praktikanten Henry Wilhelm glich in Statur und Größe exakt dem Waller-Darsteller. Lediglich das Haar mußte bei Heribert Wilhelm grau gefärbt werden.

 

Setra-Bus: Da bei der low-budget-Produktion keine großen Summen für Oldtimer ausgegeben werden konnten, wurden viele Hobby-Sammler aus der Region mit ihren Fahrzeugen bevorzugt. Lediglich der inhaltlich entscheidend wichtige Autobus aus den 50ern erzeugte bei den Requisiteuren (v.a. bei Thomas Biller) Kopfzerbrechen. Schließlich sollte der Mercedes Bus am Tag 2.500 Mark Miete kosten (Transport und Fahrer nicht eingerechnet) und zusätzlich auf einem Sattelschlepper aus dem Museum in Untertürkheim angeliefert werden. Bei Ulm befindet sich die Herstellerfirma Käsbohrer-Setra, die schließlich ihren restaurierten Setra-Bus inklusive Fahrer und Anfahrt zur Verfügung stellten: umsonst.

Cannes&Island: Die schlimmste Vorführung von WALLERS LETZTER GANG fand anlässlich der Premiere im Rahmen der Semaine de la Critique/Cannes statt: Bei gleissendem Licht im Mai 1989 genau um 12.00 Uhr mittags lief die Vorführung des Films. Schlecht besucht und unruhiges Publikum, das ein- und ausging: der Ausgang befand sich links neben der Leinwand. Jedes mal, wenn jemand das Kino verließ, fiel hellster Sonnenschein auf die Leinwand. Ein Alptraum für den leisen Film. Allerdings fand um 15:00 Uhr die nächste Vorführung statt, die zu einem großen Erfolg wurde: Bei der Preisverleihung für die Camera D'Or wurde WALLER mit einer speziellen Erwähnung durch die Jury ausgezeichnet. Ganz anders in Island. Dort war das Premieren-Publikum so berührt von dem Film, daß die ohnehin wenig beredten Isländer gar nichts mehr sagen konnten.

China: Am Anfang des Spielfilms WALLERS LETZTER GANG werden nicht nur die chinesischen Titel des Films eingeblendet; ( wörtlich übersetzt in etwa: EWIGE REISE, REISE UNENDLICH ), sondern auch eine Widmung: für Julie. Es handelt sich dabei um Christian Wagners Großmutter.